Amazon FBA mit US-LLC 2026: Die richtige Steuerstruktur

Viele Amazon-FBA-Seller gründen eine US-LLC — aber die steuerlichen Tücken sind erheblich. Nexus, Sales Tax, Form 5472 und die richtigen Bundesstaaten.

Redaktion Einfach Gründen · 17. Mai 2026 · 12 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • FBA-Lager in einem US-Bundesstaat begründet "Nexus" — Pflicht zur Sales-Tax-Registrierung in diesem Staat.
  • Sales Tax ist eine der komplexesten Compliance-Anforderungen für FBA-Seller — unterschätzt von fast allen.
  • Delaware oder Wyoming als "LLC-Heimat" ändert nichts an Nexus-Pflichten in anderen Staaten.
  • Software wie TaxJar oder Avalara ist für FBA-Seller mit mehr als einem Lagerstandort Pflicht.
  • Form 5472 gilt auch für FBA-LLCs mit europäischen Eigentümern — 25.000 USD Strafe bei Versäumnis.

Amazon FBA mit US-LLC: Die Direktantwort

Eine US-LLC funktioniert für Amazon FBA — aber die Steuerstruktur hat drei Ebenen, die du getrennt verstehen musst: die US-Bundesebene (Form 5472 + Pro-forma 1120), die einzelnen US-Bundesstaaten (Sales Tax und Nexus durch FBA-Lager) und Deutschland (Welteinkommensprinzip bei deutschem Wohnsitz). Die gute Nachricht: Alle 45 Bundesstaaten mit Sales Tax plus Washington D.C. haben inzwischen Marketplace-Facilitator-Gesetze — Amazon berechnet und überweist die Sales Tax auf Marketplace-Bestellungen selbst. Die schlechte: Damit ist längst nicht alles erledigt, und wer die jährliche Form-5472-Pflicht verpasst, riskiert eine Mindeststrafe von 25.000 USD. Dieser Artikel zeigt dir alle drei Ebenen — mit konkreten Zahlen, Fristen und den häufigsten Praxisfehlern.

Die drei Steuerebenen im Überblick

Als FBA-Seller mit US-LLC und Wohnsitz in Deutschland hast du es mit drei unabhängigen Systemen zu tun:

| Ebene | Zuständig | Worum es geht | Typische Pflicht | |---|---|---|---| | US-Bundesebene | IRS | Informationspflichten deiner LLC | Form 5472 + Pro-forma 1120, jährlich zum 15. April | | US-Bundesstaaten | State Tax Departments | Sales Tax, Franchise Tax, Registrierungen | Abhängig davon, wo deine Ware lagert | | Deutschland | Finanzamt | Einkommensteuer auf deinen Gewinn | Welteinkommensprinzip — der LLC-Gewinn landet in deiner Steuererklärung |

Keine dieser Ebenen erledigt die andere. Dass Amazon Sales Tax abführt, befreit dich nicht von Form 5472 — und Form 5472 ändert nichts an deiner deutschen Einkommensteuer.

Das Nexus-Problem bei FBA

Amazon verteilt deine Waren auf Fulfillment-Center in vielen Bundesstaaten. Das ist der Service-Vorteil von FBA — kürzere Lieferzeiten für deine Kunden. Steuerlich hat das eine Konsequenz: Jeder Bundesstaat, in dem deine Ware lagert, begründet "Nexus" — eine steuerliche Anknüpfung, die grundsätzlich Registrierungs- und Steuerpflichten auslösen kann.

Als FBA-Seller kannst du so gleichzeitig in 15 bis 20 Bundesstaaten Nexus haben, ohne je einen Fuß in die USA gesetzt zu haben. Wichtig dabei: Du kontrollierst nicht, wohin Amazon deine Ware verschiebt — dein Nexus-Fußabdruck ändert sich laufend, ohne dass du aktiv etwas tust. Über die Inventory-Berichte in Seller Central kannst du nachvollziehen, in welchen Bundesstaaten deine Ware gelagert wurde.

Marketplace-Facilitator-Gesetze: Amazon führt die Sales Tax ab

Hier hat sich in den letzten Jahren das meiste zum Guten verändert. Stand Juli 2026 haben alle 45 Bundesstaaten mit genereller Sales Tax plus Washington D.C. Marketplace-Facilitator-Gesetze. Diese Gesetze verpflichten den Marktplatz-Betreiber — also Amazon — die Sales Tax auf Bestellungen von Drittanbietern zu berechnen, einzuziehen und an den jeweiligen Bundesstaat abzuführen.

Was Amazon für dich übernimmt

Für jede Bestellung über Amazon.com gilt: Amazon berechnet die Sales Tax, zieht sie vom Kunden ein und überweist sie an den Bundesstaat. Du fasst dieses Geld nie an. Das war vor einigen Jahren noch anders — damals mussten sich FBA-Seller in jedem Nexus-Staat einzeln registrieren und selbst abführen.

Was trotzdem bei dir bleibt

Der Trugschluss vieler Seller: "Amazon macht das, also bin ich fertig." Das stimmt nicht. Diese Pflichten bleiben bei dir:

  • Verkäufe außerhalb von Amazon: Verkaufst du zusätzlich über einen eigenen Shopify-Shop oder im Großhandel, bist du für die Sales Tax auf diesen Kanälen selbst verantwortlich — in jedem Nexus-Staat.
  • Registrierungs- und Meldepflichten: Einige Bundesstaaten verlangen von registrierten Sellern weiterhin Meldungen — teils Null-Meldungen (Zero-Returns), obwohl Amazon die komplette Steuer abführt.
  • Andere Steuerarten: Marketplace-Facilitator-Gesetze betreffen nur die Sales Tax. Franchise Tax, State Income Tax und Gross-Receipts-Steuern durch dein FBA-Inventory bleiben dein Thema. Kalifornien ist am aggressivsten: Wer dort als "doing business" eingestuft wird — dafür kann schon gelagertes FBA-Inventory reichen — schuldet die jährliche LLC-Abgabe von 800 USD. Washington erhebt eine Business-and-Occupation-Tax auf den Umsatz, auch in Verlustjahren.

Unterm Strich: Für reine Amazon-Seller ist die Sales-Tax-Last heute deutlich kleiner als früher. Wer Multi-Channel verkauft oder in Kalifornien größere Bestände lagert, braucht weiterhin ein sauberes Compliance-Setup.

Sales Tax vs. LLC-Bundesstaat: der Wyoming-Irrtum

Ein Irrtum, den viele FBA-Seller machen: "Ich gründe in Wyoming — das hat keine Sales Tax auf meine Verkäufe, also bin ich sicher."

Falsch. Der Gründungsstaat deiner LLC und deine Sales-Tax-Pflichten sind völlig separate Systeme. Sales Tax entsteht dort, wo der Kunde sitzt beziehungsweise wo Nexus besteht — nicht dort, wo deine LLC registriert ist. Eine Wyoming-LLC, deren Ware in Texas, Kalifornien und Pennsylvania lagert, hat mit dem Steuerrecht dieser drei Staaten zu tun, nicht mit Wyoming-Sales-Tax. Die Wahl des Gründungsstaats löst das Nexus-Thema nicht — sie entscheidet nur über Gründungskosten, laufende Gebühren und Privatsphäre.

Welcher Bundesstaat für deine FBA-LLC?

Da die LLC-Heimat das Nexus-Problem nicht löst, wählst du nach den klassischen Kriterien — Kosten, Aufwand, Reputation:

| Bundesstaat | Gründungsgebühr | Laufende Kosten pro Jahr | Besonderheit | |---|---|---|---| | Wyoming | 100 USD | 60 USD Annual Report License Tax (Minimum, bis 300.000 USD Vermögen im Staat) | Gute Bankreputation, diskretes Register | | New Mexico | 50 USD | 0 USD — kein Annual Report | Günstigste Dauerlösung, aber weniger etabliert bei Banken | | Delaware | 110 USD | 300 USD Franchise Tax | Nur sinnvoll, wenn du US-Investoren planst |

Alle Zahlen Stand Juli 2026, zuzüglich Registered-Agent-Gebühren (meist 50 bis 300 USD pro Jahr). Für die meisten FBA-Seller ist Wyoming der Standard: planbare 60 USD pro Jahr, solide Reputation bei US-Banken und Payment-Anbietern. Der Annual Report ist am ersten Tag deines Gründungs-Jubiläumsmonats fällig — wer ihn 60 Tage verpasst, riskiert die administrative Auflösung der LLC. Details beim Wyoming Secretary of State. Von Kalifornien als Gründungsstaat ist dringend abzuraten: 800 USD Mindestabgabe pro Jahr, unabhängig vom Gewinn.

Schritt für Schritt: FBA mit US-LLC aufsetzen

So sieht der Ablauf in der Praxis aus:

  1. LLC gründen — Bundesstaat wählen (siehe oben), Registered Agent beauftragen, Articles of Organization einreichen. Dauer: wenige Tage bis zwei Wochen.
  2. EIN beantragen — die Employer Identification Number ist deine IRS-Steuernummer und Pflicht für jede ausländisch gehaltene LLC. Ohne SSN oder ITIN läuft der Antrag über Form SS-4 per Fax oder Post; auf Zeile 7b trägst du "Foreign" ein. Rechne mit wenigen Tagen (Fax) bis mehreren Wochen Bearbeitungszeit.
  3. Geschäftskonto eröffnen — US-Business-Konto auf die LLC. Die strikte Trennung von Privat- und Firmengeld ist auch für die Form-5472-Dokumentation wichtig.
  4. Amazon-Seller-Konto einrichten und Steuer-Interview absolvieren — im Tax Interview in Seller Central hinterlegst du die steuerliche Einordnung deiner LLC. Ob W-9 oder ein W-8-Formular korrekt ist, hängt von der Klassifikation deiner Struktur ab — kläre das mit deinem US-Steuerberater, bevor du abschickst. Ein falsch ausgefülltes Interview kann Auszahlungen blockieren oder falsche IRS-Meldungen auslösen.
  5. Sales-Tax-Setup prüfen — für reine Amazon-Seller reicht dank Marketplace-Facilitator-Gesetzen oft die Dokumentation. Sobald ein eigener Shop dazukommt: Nexus-Analyse und gegebenenfalls Registrierung plus Tool.
  6. Buchhaltung und Fristen-Kalender aufsetzen — jede Transaktion zwischen dir und deiner LLC (Einlagen, Entnahmen, Erstattungen) dokumentieren. Den 15. April für Form 5472 fest eintragen.

Sales-Tax-Tools: Was du wirklich brauchst

Wenn du über Amazon hinaus verkaufst, kommst du um Software kaum herum — Dutzende Staaten mit unterschiedlichen Sätzen, Produkt-Ausnahmen und Fristen sind manuell nicht zu verwalten:

  • TaxJar: Die populärste Lösung für kleinere Seller. Der Starter-Plan kostet seit Februar 2026 39 USD pro Monat (vorher 19 USD) und deckt bis zu 200 Bestellungen monatlich ab; der Professional-Plan beginnt bei 99 USD pro Monat. Automatische Einreichungen (AutoFile) kosten je nach Plan extra.
  • Avalara: Enterprise-Level, deutlich teurer, dafür mächtiger — relevant erst bei größerem Multi-Channel-Volumen.
  • Amazons eigene Steuer-Einstellungen: Für den reinen Marketplace-Verkauf ausreichend, da Amazon dort ohnehin selbst abführt. Für externe Kanäle ungeeignet.

Ehrliche Einordnung: Als reiner FBA-Seller ohne eigenen Shop brauchst du Stand Juli 2026 oft gar kein kostenpflichtiges Sales-Tax-Tool. Kauf Software, wenn dein Setup sie braucht — nicht weil eine Checkliste sie empfiehlt.

Form 5472 + Pro-forma 1120: Die jährliche Pflicht, die niemand sieht

Auch wenn deine LLC in den USA keine Steuern zahlt, hat sie eine Meldepflicht, die viele FBA-Seller nicht kennen: Als ausländisch gehaltene Single-Member-LLC musst du jährlich Form 5472 zusammen mit einer Pro-forma 1120 beim IRS einreichen. Gemeldet werden die Transaktionen zwischen dir und deiner LLC — jede Einlage, jede Entnahme, auch privat verauslagte Gründungskosten.

Die harten Fakten (Stand Juli 2026):

  • Frist: 15. April des Folgejahres (bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr). Eine Verlängerung um sechs Monate ist mit Form 7004 möglich — sie muss aber vor Fristablauf beantragt werden.
  • Strafe: 25.000 USD Mindeststrafe pro Formular bei Nichtabgabe, verspäteter oder unvollständiger Abgabe. Bleibt die Abgabe nach einer IRS-Aufforderung länger als 90 Tage aus, kommen weitere 25.000 USD je angefangene 30 Tage dazu.
  • Einreichung: Nur per Post oder Fax an den IRS — eine elektronische Einreichung gibt es für diese Konstellation nicht. Auch das Trennen der beiden Formulare ist ein Fehler: Form 5472 ohne die zugehörige Pro-forma 1120 gilt als Nichtabgabe.

Die Details stehen in den offiziellen IRS-Instructions zu Form 5472. Wer sein Geschäftskonto sauber führt und Einlagen wie Entnahmen dokumentiert, hat die Datenbasis für die Meldung bereits beisammen.

BOI-Reporting: Seit März 2025 für US-LLCs entfallen

Ein Punkt, zu dem noch viel veralteter Content kursiert: Das Beneficial-Ownership-Reporting (BOI) nach dem Corporate Transparency Act ist für in den USA gegründete Gesellschaften seit dem 26. März 2025 abgeschafft. Mit der Interim Final Rule hat FinCEN die Definition der "reporting company" auf im Ausland gegründete, in den USA registrierte Gesellschaften beschränkt. Deine Wyoming- oder New-Mexico-LLC muss also keinen BOI-Report mehr einreichen — entscheidend ist der Gründungsort, nicht die Staatsangehörigkeit des Owners. Wenn dir ein Anbieter 2026 noch "BOI-Filing" als Pflichtleistung verkaufen will, ist das ein Warnsignal.

Die deutsche Seite: Hier entsteht deine eigentliche Steuerlast

Jetzt zum Teil, den Steuerspar-Gurus gern weglassen: Mit Wohnsitz in Deutschland bist du unbeschränkt steuerpflichtig — das Welteinkommensprinzip erfasst auch den Gewinn deiner US-LLC. Die LLC ist kein Steuersparmodell, sondern ein Marktzugangs- und Haftungswerkzeug.

Die Einordnung: Rechtstypenvergleich

Wie der LLC-Gewinn in Deutschland besteuert wird, hängt davon ab, wie das Finanzamt deine LLC einordnet. Grundlage ist der Rechtstypenvergleich nach dem BMF-Schreiben vom 19.03.2004: Je nach Ausgestaltung deines Operating Agreement gilt die LLC entweder als transparente Personengesellschaft (der Gewinn wird dir direkt zugerechnet und mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert) oder als Kapitalgesellschaft (Besteuerung erst bei Ausschüttung). Bei der typischen Single-Member-LLC mit US-Default-Einstellung läuft es meist auf die transparente Behandlung hinaus. Ein Klassifikationskonflikt zwischen US- und deutscher Sicht kann zu Doppelbesteuerung führen — das Operating Agreement sollte deshalb mit Blick auf den Rechtstypenvergleich gestaltet sein.

Ort der Geschäftsleitung

Führst du die LLC von deinem Schreibtisch in Deutschland aus — bei FBA-Sellern der Normalfall — liegt der Ort der Geschäftsleitung in Deutschland. Damit entsteht regelmäßig eine deutsche Betriebsstätte, und das Besteuerungsrecht liegt im Kern bei Deutschland: Einkommensteuer plus gegebenenfalls Gewerbesteuer. Auch eine Gewerbeanmeldung kann erforderlich sein.

Und die US-Bundessteuer?

Ob dein FBA-Geschäft zusätzlich eine US-Steuerpflicht auf Bundesebene auslöst (Stichwort "Engaged in a US Trade or Business" und "Effectively Connected Income"), ist unter US-Steuerexperten seit Jahren umstritten — die Bandbreite reicht von "FBA-Lager allein reicht nicht" bis zur Position, dass US-Inventory plus regelmäßige Verkäufe sehr wohl eine US-Steuerpflicht begründen. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA verhindert im Ergebnis eine doppelte Belastung desselben Gewinns — welche Erklärungen du in den USA abgeben musst, gehört aber in die Hand eines Beraters, der beide Systeme kennt. Einen Einstieg bietet die IRS-Seite zu Effectively Connected Income.

Häufige Fehler aus der Praxis

Diese Muster sehen wir bei FBA-Sellern immer wieder:

  1. Form 5472 nicht auf dem Schirm: "Meine LLC zahlt keine US-Steuern, also muss ich nichts einreichen." Der teuerste Irrtum — 25.000 USD Mindeststrafe.
  2. Privates und LLC-Geld vermischen: Ohne Kontentrennung wird die Form-5472-Meldung zur Rekonstruktionsarbeit — und die Haftungsabschirmung leidet gleich mit.
  3. Steuer-Interview bei Amazon falsch ausgefüllt: Falsche Formularwahl führt zu blockierten Auszahlungen oder fehlerhaften IRS-Meldungen.
  4. Den deutschen Teil ignorieren: Wer den LLC-Gewinn nicht in der deutschen Steuererklärung angibt, begeht Steuerhinterziehung — die LLC ist kein Offshore-Versteck.
  5. Veraltete Ratgeber befolgen: Wer 2026 noch flächendeckend Sales-Tax-Registrierungen kauft oder BOI-Reports einreicht, zahlt für gelöste Probleme.
  6. Kalifornien unterschätzen: Größere Lagerbestände dort können die 800-USD-Abgabe auslösen — das gehört in die Kalkulation.

Was kostet die Compliance wirklich?

Eine ehrliche Jahresrechnung für einen typischen FBA-Seller mit Wyoming-LLC (Stand Juli 2026, ohne deutsche Steuerberatung):

| Posten | Kosten pro Jahr | |---|---| | Wyoming Annual Report | ab 60 USD | | Registered Agent | ca. 50–300 USD | | Form 5472 + Pro-forma 1120 (US-Steuerberater oder Enrolled Agent) | ca. 300–800 USD | | Sales-Tax-Tool (nur bei Multi-Channel nötig) | 0 oder ab 468 USD (TaxJar Starter, 39 USD × 12) | | Deutsche Steuerberatung (Einordnung + Erklärung) | stark abhängig vom Einzelfall |

Realistisch liegst du bei 500 bis 1.500 USD pro Jahr für die US-Seite — deutlich weniger als eine einzige versäumte Form-5472-Frist kostet. Die deutsche Steuerberatung kommt on top und ist bei dieser Konstellation keine Kür, sondern Pflicht.

Fazit: Gute Struktur, aber kein Selbstläufer

Amazon FBA mit US-LLC ist 2026 einfacher als sein Ruf — die Marketplace-Facilitator-Gesetze haben das frühere Sales-Tax-Chaos für reine Amazon-Seller weitgehend entschärft, und das BOI-Reporting ist für US-LLCs Geschichte. Was bleibt, sind drei Pflichten: Form 5472 jedes Jahr zum 15. April, ein Auge auf Bundesstaaten-Sonderfälle wie Kalifornien und die vollständige Versteuerung des Gewinns in Deutschland. Wer diese Punkte mit einem US- und einem deutschen Steuerberater abdeckt, hat eine robuste Struktur — wer sie ignoriert, baut sich eine Zeitbombe.

Zusätzliche Fragen

Muss ich mich noch selbst für Sales Tax registrieren, wenn ich nur über Amazon verkaufe? In den meisten Fällen nicht mehr: Amazon führt die Sales Tax auf Marketplace-Bestellungen in allen 45 Sales-Tax-Staaten plus D.C. selbst ab. Einzelne Bundesstaaten verlangen von bereits registrierten Sellern aber weiterhin Meldungen, und sobald du über einen eigenen Shop verkaufst, bist du für diese Umsätze selbst verantwortlich. Prüfe deinen konkreten Fall, bevor du Registrierungen kündigst oder neue abschließt.

Spare ich mit der US-LLC Steuern gegenüber einem deutschen Einzelunternehmen? Bei Wohnsitz in Deutschland: nein. Das Welteinkommensprinzip sorgt dafür, dass dein LLC-Gewinn in Deutschland besteuert wird — bei transparenter Einordnung mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz, wie beim Einzelunternehmen auch. Die Vorteile der LLC liegen woanders: Zugang zu Amazon.com und US-Payment-Infrastruktur, Haftungsbegrenzung, niedrige Gründungs- und Verwaltungskosten. Wer dir die LLC als Steuersparmodell verkauft, verkauft dir ein Problem.


Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. US-Steuerrecht und die deutsche Behandlung von US-LLCs sind einzelfallabhängig — lass deine Struktur von einem Steuerberater mit US-Erfahrung prüfen, bevor du startest.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Nexus bei Amazon FBA?
Nexus entsteht wenn du physische Präsenz in einem Bundesstaat hast — bei FBA durch deine Waren in Amazons Fulfillment-Centern. Nexus in einem Staat bedeutet: Du musst dort Sales Tax sammeln und abführen.
Welcher Bundesstaat ist besser für FBA: Wyoming oder Delaware?
Die LLC-Heimat spielt keine Rolle für Nexus. Nexus entsteht dort wo FBA-Lager sind — oft in vielen Staaten gleichzeitig. Die LLC-Heimat beeinflusst nur Franchise-Tax und Gründungskosten.
Muss ich für FBA Form 5472 einreichen?
Ja, wenn du nicht US-Bürger bist und eine Single-Member LLC hast. Form 5472 gilt für alle US-LLCs mit ausländischen Eigentümern — unabhängig vom Geschäftsmodell.